Ein Wochenende voller Inspiration, neuer Ideen und Tiefe

Eindrücke vom „Kloster auf Zeit“-Wochenende in der Abtei Münsterschwarzach

Am Ende des „Kloster auf Zeit“-Wochenendes wurden die Teilnehmer gefragt, ob jemand Lust hätte, seine Erlebnisse und Eindrücke aufzuschreiben. Da ich voll mit jenen bin, nütze ich diese Gelegenheit gerne.
Besonders beeindruckt hat mich, wie ernst die Mönche ihre Gebete nehmen und sie im alltäglichen Leben umsetzen. Die Gebete wurden dadurch für mich von etwas theoretischem zu etwas praktischem. Man kann die Auswirkungen in vielen Bereichen ihres Umfeldes und in ihrem Umgang mit anderen Menschen beobachten.
Ich habe bei meinem „Kloster auf Zeit“-Wochenende aus erster Hand erfahren, was es heißt ein Leben für und aus Gott zu gestalten. In der Praxis bedeutet dies sehr viel Klarheit. Wenn gebetet wird, wird gebetet. Sonst nichts. Wenn gegessen wird, wird gegessen. Sonst nichts. Wenn gearbeitet wird, wird gearbeitet. Sonst nichts. Wenn Freizeit ist, ist Freizeit. Sonst nichts. Dadurch bekommt jede Tätigkeit die volle Aufmerksamkeit und Energie des Menschen, der sie tut. Dementsprechend hoch ist die Präsenz und Qualität in Gesprächen, im zuhören, beim arbeiten, in eigentlich allem. Trotzdem sind Mönche natürlich auch Menschen wie du und ich. Normale Menschen mit Stärken und Schwächen, Hoffnung und Zweifel, Verstand und Gefühl. Dies zu erfahren hat für mich eine Brücke zu mir und meinem eigenen Leben, meinem Alltag geschlagen.
Ich habe das Wochenende voller Inspiration, neuer Ideen und Tiefe verlassen. Jetzt schaue ich, ob sich dadurch mein Alltag verändert, verbessert, friedlicher wird. Und wenn nicht, dann komme ich halt wieder. Und wenn doch, …. dann auch.

Vitus aus Hamburg

Veröffentlicht: 09.04.2010

Br. Richard Maria Kuchenbuch