91 Mal erscholl am Freitag Nachmittag heftiger Applaus, als die frisch gebackenen Abiturienten des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach in der feierlich geschmückten Sporthalle ihr Reifezeugnis in Empfang nahmen. Der diesjährige Abijahrgang ist der bisher größte, der die Schule verließ. Deshalb reichte auch der Platz in der gewöhnlich genutzten Aula nicht mehr, um die zahlreichen Gäste aufzunehmen.
Nicht nur zahlenmäßig sei das Abi 2010 ein besonderer Jahrgang. Auch die gezeigten Leistungen seien hervorragend, freute sich Direktor Robert Scheller. Passend zum durchaus ironischen Abimotto „Klüger als je zuvor“ schafften es die Abiturienten, den guten Schnitt des letzten Jahres nochmals zu toppen. Über ein Drittel hatte eine eins vor dem Komma, 15 mal gab es Traumnoten bis 1,5, dreimal die 1,1.
Doch für Scheller sind die Noten dabei gar nicht das Entscheidende. Er habe großes Vertrauen, dass die jungen Erwachsenen über das reine Faktenwissen hinaus Grundlagen der Persönlichkeit entwickelt hätten, die es ihnen erlaubten, im Leben glücklich zu werden und ihren Mitmenschen eine Freude zu sein. Dies seien Werte wie Anstand, Rücksichtnahme, Achtsamkeit und Verantwortung gegenüber sich selbst und den Mitmenschen. Die Abiturienten hätten zum guten Miteinander aller am Schulleben des Egbert-Gymnasiums einiges beigetragen. Der 2010er Jahrgang bestehe aus vielen individuellen Kräften, die zusammen ein lebendige Truppe bildeten. Kompetent und konsequent seien so, neben dem Unterricht, viele Ausstellungen, Konzerte oder Wettbewerbe bestritten worden. Für all dieses Engagement sagte Scheller den scheidenden Schülern im Namen aller Wegbegleiter, Mitarbeiterinnen und Kollegen ein großes und stolzes „Danke“.
„Unser Jahrgang ließ sich einfach nicht in ein Schema pressen“, fand auch Arno Stöber, der für die Abiturienten sprach. Der Versuch, in der Abizeitung den „Durschnittskollegiaten“ zu bestimmen, sei kläglich gescheitert. Zu unterschiedlich seien die Charaktere gewesen. Dennoch habe es gemeinsame Stärken gegeben. Vor allem im Organisieren von aller Arten von Veranstaltungen und Events. Egal ob Konzert, Gottesdienst, spontane Theateraktionen oder Stufenpartys, man hätte es immer in kürzester Zeit geschafft, etwas auf die Beine zu stellen. Im Namen seiner Mitschüler dankte Stöber allen, die „durch schieben, drängen oder einfach nur den Glauben an uns“ die Abiturienten weiter gebracht hätten. Man wisse den Stempel, den die Schule ihnen aufgedrückt habe, zu schätzen.
Den Ansprachen und Glückwünschen folgte die Verleihung des Abt-Egbert Preises für besonderes religiöses und soziales Verhalten, die Auszeichnung der Schüler mit den besten Abiturnoten, und Würdigungen besonderer Leistungen in den musischen Bereichen Chor, a capella-Gesang, Instrumentalspiel, Blechbläserensemble und Theater oder Musiscal. Im Sport gab es Auszeichnungen für Verdienste im Bereich Basketball, Voltigieren und Turnen. Außerdem wurden Abiturienten für die Mitarbeit in der Schülerzeitung „Peer“, am Jahresbericht, in der Conflict-Police und in der Comenius Projektgruppe geehrt. Buchpreise gab es für Spitzenleistungen in Latein, Griechisch, Mathematik und Chemie. Abiturienten, Lehrer, Eltern, Geschwister und Freunde feierten bis spät in die Nacht den erfolgreich abgeschossenen Lebensabschnitt.